Sonntag, 6. Februar 2011

4 meses, 4 semanas y 4 dias...

Eigentlich stimmt es schon nicht mehr, wenn ich sage 4 Monate, denn plus die 4 Wochen sind es schon 5! Gestern war es genau 5 Monate her, dass ich Deutschland verlassen habe und hier in Argentinien angekommen bin. Aber diese 5 mag ich nicht besonders. Sie bedeutet, dass bald die 6 kommt und die bedeutet... Halbzeit. Ich dachte immer, ein Jahr wäre lang, aber wenn ein halbes so wahnsinnig kurz ist, wie kann da das doppelte so viel länger sein?
Naja, was gibt es sonst noch neues, außer dass das Ende schon naht?! ;)
Wie ihr ja gelesen habt, war ich mit den Kindern eine Woche am Meer, eine Woche "Entspannung" :) Jetzt hab ich hier dafür über 3 Wochen volles Programm: Hunde hüten. Meine Gastfamilie ist nämlich im Urlaub und ich passe auf das Haus und die Hunde auf. Des weiteren plane ich meinen Urlaub im März. Genauer gesagt: ich plane nicht nur für mich! Denn am 1. März werden gegen 9 Uhr morgens hoffentlich heil und gesund mein Eltern auf dem Flughafen Ezeiza (Buenos Aires) landen! Darauf freu ich mich schon :D
Ansonsten sende ich, wie eigentlich jeden Tag, sonnige Grüße nach Deutschland und hoffe, dass sie euch den Schnee vertreiben!
BESOS
Anneke

Freitag, 4. Februar 2011

Eine Woche Meer!

Ich könnte nicht behaupten, dass es Arbeit gewesen war, aber ganz Urlaub war es auch nicht: die Woche am Meer. Am Sonntag (den 23.1.) ging’s mit 13 Jungendlichen (14-18 Jahre alt) und 4 erwachsenen Begleitpersonen (von denen 3 übermüdet und ganz ohne Schlaf direkt von der Abschiedsparty eines Freundes kamen) um 6 Uhr morgens los. Wir fuhren in zwei geräumigen Autobussen (Jungs und Mädels streng getrennt) und die meiste Zeit der Fahrt schlief ich (ich gehörte zu den besagten 3 Erwachsenen ohne Schlaf :P). Doch immer, wenn wir anhielten, ich mal ein Auge aufmachte oder etwas aß/trank, hatte ich aus meinem Fenster eine wunderbare Sicht auf flachstes Flachland und… nichts. Dieses „NICHTS“ nennt man hier wohl Pampa. Feld reihte sich an Feld, Wiese an Wiese und Zaun und Zaun. Manchmal kam ein Tor, an dem ein großes Schild mit einem Namen hing und dahinter führte ein Feldweg ins nichts. Oder manchmal sogar zu einem Hof… im nichts. Der Höhepunkt war wohl ein Sonnenblumenfeld, an dem wir bestimmt 5 Minuten lang vorbeifuhren!


Obwohl wir extra früh losgefahren waren, wurde es gegen Ende der Fahrt doch recht heiß im Bus. Auch die Straße war nicht mehr wirklich asphaltiert, eigentlich gar nicht. Es war nur noch ein steiniger, staubiger Sandweg mit massig Schlaglöchern in denen man Smarts versenken könnte (so fühlte es sich jedenfalls an). Doch zur Rechten sah man jetzt bereits das Meer! Irgendwann gegen 13 Uhr passierten wir dann einige Häuser und ein Schild auf dem „COSTA BONITA“ stand, das man jedoch auch gut hätte übersehen können in der Sandwolke, die der vor uns fahrende Bus aufwirbelte. Wir waren also so gut wie da.
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In Costa Bonita sind sie noch einfallsloser mit den Straßennamen als in Buenos Aires: Calle 7, Calle M, Calle 6… (Calle = Straße). Auf einem Stadtplan konnte ich sehen, dass es tatsächlich Straße 1-20 und Straße A-S geben sollte, wobei die Straßen parallel zum Meer die Buchstaben trugen und die vertikalen die Nummern. Das Dörfchen wirkte jedoch nicht mal halb so groß und die einzigen Leute die man auf draußen sah, saßen vor einem der 2 zum Tante-Emma-Laden erweiterten Kioske. Unsere Bleibe sollte am vom Meer entferntesten Ende der „Stadt“ liegen und trotzdem brauchten wir bis dorthin höchstens 15 Minuten.

Wir bauten unsere Zelte auf dem Grundstück eines Freundes auf, der dort eine kleine Hütte mit Küche und Toilette stehen hatte. Es wurden Gruppen eingeteilt (jede war einen Tag fürs Essen verantwortlich), es wurde festgelegt, wann wir aufstehen wollen (7 Uhr morgens!) und ich würde gerne sagen jemand hätte sich nur an diese 2 Dinge gehalten… Für die nächsten 5 Tage sah der Tagesablauf wie folgt aus: um 7 Uhr klingelte mein Wecker, ich quälte mich aus meinem Schlafsack und dem Zelt, versuchte dabei möglichst viel Lärm zu machen um die Mädels in meinem Zelt zu wecken, jedoch jedes Mal ohne den gewünschten Erfolg, und überlegte dann, welches Zelt ich zuerst wecken sollte. Nachdem das Wecken geschafft war half ich ein wenig der zuständigen Gruppe beim Frühstück zubereiten, das es dann gegen 8 Uhr gab. Bis zum Mittagessen ging’s dann an den Strand und nach einer Mittagspause wieder.

Das Meer war, wie gesagt, nur ca. 15 Minuten von uns entfernt, der Strand dort allerdings nicht sehr schön: sobald man ins Wasser ging, war der Sand verschwunden. Nur noch spitze Felsen und Steine, die es fast unmöglich machten, mehr als 3 Schritte ins Wasser zu machen ohne sich zu verletzen. Also machten wir uns meistens auf den Weg und gingen ca. 2-3 km an der Küste entlang, bis wir zu einem schöneren Strand kamen. Das Wasser war arschkalt, aber gebadet haben trotzdem alle, denn die Hitze tagsüber war nahezu unerträglich.



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Das Abendessen gab’s immer ziemlich spät, was an der Ungeplantheit des ganzen lag. Vor dem Abendessen hatte jeder immer 5 Minuten Zeit zu duschen, was natürlich für die meisten nicht ausreichte. Beim Schlafengehen gab es ebenfalls zeitliche Probleme: die Kinder quatschten lieber noch stundenlang anstatt zu schlafen (und kamen dementsprechend morgens noch weniger aus den Federn!). Aber zumindest ich war nach einem so langen Tag immer so müde, dass ich meistens sofort einschlief.

Nur einmal machte uns das Wetter einen Strich durch unseren normalen Tagesablauf: es regnete (mehr oder weniger 2 halbe Tage lang). An diesen Tagen machten wir erst einen Ausflug in die Dünen, die die Küste säumen und die, wie ich fand, aussahen wie der Beginn der Wüste und als nächstes einen langen Strandspaziergang zu der nächsten Stadt Quequen.

Insgesamt war diese Reise auch für mich als Begleitperson mehr Urlaub als Arbeit. Das einzige was mich gestört hat (was ich im Urlaub nämlich nicht haben will…), war die teilweise angespannte Stimmung zwischen den „Verantwortlichen“. Die Beiden schoben nämlich die Verantwortung immer ein wenig hin und her und anstatt sich mal zu kümmern, ärgerten sie sich lieber übereinander oder stritten sich fast…

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Nach einer Woche Meer, Sonne und Strand satt machten wir uns dann aber doch auf den Rückweg. Mit den beiden Bussen ging’s erst nach Miramar, wo wir noch einen Stadtbummel machten, und danach nach Mar del Plata, die „Ostsee Argentiniens“ an der fast jeder Argentinier schon mal Urlaub gemacht hat. Dort bestaunten wir erst die frei lebenden Seelöwen und machten schließlich ein nettes Picknick mit Blick aufs Meer. Gegen 8 Uhr abends erreichten wir dann in der untergehenden Sonne Buenos Aires. Die Busse fuhren einmal quer durch die Stadt, sodass ich das erste Mal auf der größten Straße der Welt, der Avenida9 de Julio, fuhr und den Obelisken noch mal im vorbeifahren sehen konnte. Außerdem erhielten wir 2 mal wunderschöne Blicke über den Puerto Madero und bei der Weiterfahrt sah ich auch zum ersten mal richtig den Rio de la Plata. Gegen 9 Uhr abends erreichten wir dann Los Luceros, wo wir schon von einigen Eltern und Maria Marta erwartet wurden. Für mich war die Reise leider noch nicht zu ende. Ich musste noch den weiten weg nach Hause zurücklegen, tat das allerdings zur Feier des Tages mal im Remis (Taxi)!
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Donnerstag, 20. Januar 2011

Besuch aus Hamburg :)

Es ist jetzt schon ne ganze Weile her, dass ich mich das letzte mal gemeldet habe, und das hat auch einen guten Grund: ich hatte Besuch von meiner Schwester hier in Buenos Aires und deswegen wenig Zeit mich um meinen Blog und meine Berichte zu kümmern. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Doch als "Entschädigung" bekommt ihr jetzt Buenos Aires und mein Leben hier noch einmal von einer anderen Seite zu sehen, aus de Sicht meiner Schwester!

Hiermit übergebe ich also das Wort an Gesa:

Nun sind die 3 Wochen um, die ich in Buenos Aires verbringen konnte. Ich kam dort an Heiligabend an, jedoch mit Verzögerung der Koffer, und konnte miterleben wie Weihnachten denn außerhalb von Deutschland gefeiert wird. Ich war jedoch so kaputt, dass ich schon sehr früh eingeschlafen bin und das Geschenke auspacken und das Feuerwerk verpasst habe. Sie hatten es dort so geregelt, dass die Erwachsenen untereinander Namen ziehen und den dann als Einzigen beschenken, also Julklapp. Ich habe von Alejandro, dem Gastvater, eine Tasche geschenkt bekommen, die er erstaunlicherweise wirklich gut ausgesucht hat. Am nächsten Tag haben wir uns die Stadt angeguckt und in der Woche habe ich mit Anneke in der Einrichtung Los Luceros gearbeitet. Dies fiel am Anfang jedoch für mich weg, da ich mir einen Sonnenstich in der Stadt geholt hatte und erst mal völlig flach lag. Auch erlebte ich dort noch Silvester, was aber nicht so den Unterschied zu Deutschland machte. Wir feierten dies klein mit der Gastfamilie, was aber auch völlig gereicht hat. Auch haben wir um 20:00 (also Mitternacht in Deutschland) an die Deutschen gedacht und den Jahreswechsel auch schon mit ihnen mitgefeiert :)

In der 2. Woche haben wir in Los Luceros alles geputzt, in der letzten Woche konnte ich noch die Kinder kennen lernen, die nicht gekommen waren, als wir geputzt hatten und die Zeit war dann auch schon wieder vorbei.
Am Anfang erschien mir die Zeit viel länger als im Nachhinein und ich hatte mich gerade so richtig "eingelebt" und habe gemerkt, dass ich mit der Zeit viel mehr von der Sprache verstehe, jedenfalls den Sinn, als am Anfang.
Zurückblickend kann ich sagen, dass es viel Spaß, jedoch auch oft viel Anstrengung war, vor allem wegen der Hitze. Alle, die ich dort kennenlernen konnte, waren total nett und ich wurde, obwohl ich nicht spanisch spreche, nicht ausgeschlossen oder ähnliches.
An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei meinen Eltern, Opa, meinen Gasteltern und vor allem bei meiner Schwester bedanken, die mich 3 Wochen aushalten musste. Ich hoffe mal, es war für sie nicht allzu schlimm. ;-)
Ich habe viele interessante Erfahrungen in Buenos Aires gemacht und hoffe, dass Anneke dieses Jahr dort noch genießt.
Nun sitze ich im Flugzeug nach Hamburg und werde wieder frieren müssen, jedoch hab ich doch ein Stück Sonne mitgenommen, denn vom dem Schneechaos, das hier bei meiner Abreise noch herrschte, ist nichts mehr zu sehen.
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So, Ich bins wieder :) Ich muss sagen ich habe mich sehr gefreut mal Besuch zu bekommen und hatte sehr viel Spaß mit meiner Schwester (wie man ja vielleicht auch sehen kann :)).
Ich melde mich bald wieder. Aber erst mal fahre ich mit den Kindern aus Los Luceros für eine Woche ans Meer! Also, Bis bald!

Sonntag, 2. Januar 2011

17.12.-22.12.2010 Zwischenseminar in Buenos Aires

Für das Zwischenseminar wurden alle Freiwilligen aus Chile, Uruguay und Argentinien nach Buenos Aires in das Hotel Bauen eingeladen. Dort verbrachten wir 4 Nächte (die 5. Nacht verbrachten die meisten zusammen bei der Gastfamilie einer Freiwilligen… dazu später mehr).
Glücklicherweise musste ich nicht alleine das Hotel suchen, sondern fuhr zusammen mit Martin in die Innenstadt, wo wir an der Subte-Stationen gleich noch ein paar andere Freiwillige trafen und uns gemeinsam mit unseren Koffern und Rucksäcken einen Weg durch die Menschenmassen auf den Straßen zum Hotel suchten. Dort angekommen mussten erst mal alle anderen begrüßt, die Zimmer verteilt und der nächste Treffpunkt ausgemacht werden.
Unser erstes Mittagessen aßen wir im Hotel und unser erstes Treffen fand in einem gemieteten Raum des Hotels statt (der zum Glück mit einer Klimaanlage ausgestattet war!). Wir besprachen die nächsten Tage und aßen dabei deutsche (!) Schokolade. Später bekamen wir noch Besuch von einem Mann, der uns etwas über die Geographie Argentiniens und Chiles erzählte … und von seiner letzten Reise zur Antarktis auf der es einige Probleme mit dem Schiff auf dem Rückweg gab.
Abends hatten wir dann unsere erste Tangotanzstunde bei Julia und Pablo. Leider musste diese im Foyer des Hotels stattfinden, weil es keinen anderen Raum für uns gab, aber das war noch ganz in Ordnung. Am Abend fielen einfach viele müde ins Bett, andere gingen noch feiern oder machten einen Abendspaziergang durch die Stadt (so wie ich).

Am nächsten Tag betrachteten wir die ersten 3 oder 4 Monate die wir alle schon an unserer Dienststelle verbracht hatten und malten jeder eine wunderschöne Kurve zu diesen Monaten. Zwischendurch blieb außerdem noch Zeit shoppen zu gehen und da unsere Tanzlehrer abends keine Zeit hatten, verlegten wir die Tanzstunde auf Vormittags.
Am Abend fand auf der Avenida Corrientes die Nacht der Bücher statt. Alle Buchläden hatten geöffnet und auf der abgesperrten Straße fanden Lesungen statt.


Am Sonntag hörten wir 2 weitere Vorträge die Argentinien als Land und seine Kultur betrafen: einer war über die Pueblos Originarios, die Ureinwohner Argentiniens und der andere zur politischen aktuellen Situation des Landes und über den Peronismus. Ich konnte beiden Vorträgen kaum folgen denn sie wurden beide auf spanisch gehalten und ich war zusätzlich noch ziemlich müde. Das erging nicht nur mir so denn zur Tanzstunde erschienen auch nur müde Gesichter und ich möchte wetten ich war nicht die einzige die früh ins Bett ging.

Am nächsten Tag dann hörten wir einen Vortrag über das Hotel Bauen das seit einigen Jahren ein „besetztes Hotel“ ist (das bedeutet, dass die Arbeiter vor einigen Jahren als das Hotel pleiteging die Kontrolle übernommen haben und heute das Hotel gemeinsam führen. Sowas gab es zu dieser Zeit oft in Argentinien aber meistens betraf es Fabriken und nicht Hotels). Am Nachmittag besuchten wir sogar noch eine besetzte Kleiderfabrik .
Dann brach der letzte Abend unseres Seminars im Hotel an und nach der letzten Tanzstunde fuhren wir gemeinsam auf eine Milonga (eine Tangotanzveranstaltung) um unser erlerntes Können zu präsentieren… das ging auch mehr oder weniger gut. Danach versammelten sich noch viele von uns auf dem Dach des Hotels, verbotenerweise, um die Mondfinsternis zu bestaunen. Obwohl es wohl die längste Nacht des Seminars war, war ich am nächsten Morgen kaum müde als wir das Hotel verließen.

Unsere letzte Einheit machten wir in der einzigen Waldorfschule in der Innenstadt (wo auch eine Freiwillige von uns ist). Die Einheit bestand aus einem Vorblick, aus dem was wir uns vornehmen für den Rest des Jahres und wie wir es umsetzten wollen. Danach löste sich der größte Teil der Gruppe auf um nach Hause zu fahren (wie ich) oder was zum Mittag zu essen. Abends trafen wir uns dann alle bei der Gastfamilie einer Freiwilligen, die zusätzlich auch mit den Leitern unseres Seminars gut befreundet ist, zu einem Asado und zum Baden in deren Pool :) Die meisten übernachteten auch dort und nur einige fuhren nach Hause.

Alles in Allem war es ein schönes Seminar mit einem tollen Abschluss!
(auf den Bildern seht ihr:
1. Das Hotel BAUEN in der Straße Callao
2. Georg (einer unserer Teamer) der auf dem Weg zu der besetzten Fabrik den Reiseführer spielt ;)
3. die verbotene (aber auch verboten schöne) Aussicht vom Dach des Hotels (ca. 22. Stock) während der Mondfinsternis)

Mittwoch, 29. Dezember 2010

3 meses, 3 semanas y 3 dias!

Heute sind es genau 3 Monate, 3 Wochen und 3 Tage nach meiner Ankunft in Argentinien. Ich hoffe ihr habt alle meine 3 Berichte schon bekommen und lest fleißig meinen Blog. Demnächst kommt dann auch, etwas verspätet, ein Bericht über mein Zwischenseminar, das ich vom 17.12. bis zum 22.12. hatte und natürlich ein Bericht über das etwas andere Weihnachten im Pool und mit Feuerwerk statt mit Schnee und besinnlichem Kerzenschein.
Ansonsten gibt es noch frohe Neuigkeiten: meine Schwester ist zur Zeit hier zu Besuch und obwohl sie sich als erstes mal einen Sonnenstiech geholt hat, freue ich mich sehr, dass sie da ist :) (es geht ihr auch schon wieder besser...).
In Los Luceros wird jetzt der Sommer vorbereitet. Der Pool wird geputzt und ist hoffentlich bald einsatzbereit damit die Kinder Schwimmunterricht bekommen können.
Die Hitze zur Zeit ist ein bisschen ungewohnt und meine Lieblingsarbeit ist das Gießen im Garten mit dem Schlauch... wobei ich natürlich nie trocken bleibe. Aber dafür bin ich so braun wie wahrscheinlich noch nie in meinem Leben und der Sommer fängt grad erst an!
Insofern wünsche ich euch also einen guten Rutsch ins neue Jahr und sende auch sonnige Grüße
Eure Anneke

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Experiment Gemüsegarten

Beginn: Ende Oktober
Seit einigen Wochen nun haben wir eine kleine Neuerung im Garten. Anfangs waren alle Beete für Los Luceros gedacht: was gesät und geerntet wurde, wurde von Blanca für das Abendessen verwendet. Doch jetzt entstanden im hinteren Teil des Gartens noch viele neue Beete, die für die Kinder sind. Im Moment haben wir 7 Gruppen, die jeweils für ein Beet zuständig sind. Meistens sind die Kinder in einer Gruppe Geschwister denn das, was sie ernten, dürfen sie mit nachhause nehmen.
Unter der Woche passiert nicht viel mit den Beeten. Ab und zu kommt eines der Kinder um beim gießen, Unkraut zupfen und ernten zu helfen, aber das Meiste passiert samstags. Samstags kommen die „Gartenleute“. Anfangs handelte es sich nur um 2 junge Männer, die sich mehr oder weniger mit den Themen Gemüsegarten und Biodynamik auskannten und mir (und später auch Martin) samstags immer halfen und erklärten, was wir in der kommenden Woche alles tun könnten oder sollten. Inzwischen kommen samstags mindestens 5 Leute mehr (wechselnde Besetzung), die im Garten helfen.
Ein Samstag in Los Luceros beginnt für die Kinder um halb 10. Es gibt Mate Cocido und Brot mit Dulce wie es es sonst unter der Woche zur Merienda gibt. Bis um 12 Uhr wenn es Pizza gibt, machen dir Kinder meist Besen aus alten Plastikflaschen mit Hilfe von Blanca. Die „Gertenleute“ kommen irgendwann vor dem Mittag an und beginnen gleich mit der Arbeit im Garten während die Kinder um 12 Uhr Mittagessen (immer Pizza :)). Danach beginnt der Garten- Workshop. Zusammen mit allen Freiwilligen machen wir zuerst einige Rhythmen mit den Kindern im Kreis. Danach kommt der „Unterricht“. Dort behandelten wir schon Themen wie Radieschen, Karotten oder Kartoffeln und die Kinder arbeiten jedes Mal begeistert an Heftchen in die sie Texte und Bilder zu dem jeweiligen Thema einkleben. Zum Schluss kommt meistens noch ein Spiel (Ticken oder ähnliches) und dann arbeiteten alle noch eine Zeit lang zusammen im Garten.
Das Ziel dieses „Experiments“ ist also, dass die Kinder lernen, für ein Beet zu sorgen und auch das Gelernte zuhause anwenden können. Aus diesem Grund sind einige der „Gertenleute“ auch ab und zu bei den Kindern zuhause und pflanzen für sie und deren Familien z.B. Tomaten oder Kürbisse.
Die erfolge kann man auch schon in unserem Garten begutachten: die Beete der Kinder sind voll von Tomaten, Mangold, Radieschen und Kürbispflänzchen. Nur eins müssen die Kinder noch lernen: das Geerntete auch mitzunehmen. Im Moment landet alles, was die Kinder ernten, entweder direkt im Magen oder eben doch bei Blanca in der Küche weil sie es dort oder woanders vergessen.
Insgesamt sind sie jedoch mit Begeisterung dabei und freuen sich immer im Garten zu arbeiten.
Das Thema heute: Karotten :)

Donnerstag, 9. Dezember 2010

3 Monate!

Zum 3-monatigen gibt es nicht nur neue Fotos auf meinem Blog, es gibt jetzt auch eine Seite bei Flickr bei der ihr euch bequem meine Fotos in einer Diashow anschauen könnt ;)
http://www.flickr.com/photos/trotamundos-anneke-jansen/

Dazu gibt es noch meinen offiziellen Zwischenbericht, der von allen „weltwärtslern“ nach 3 Monaten verfasst werden muss.


Nach 3 Monaten hier in Argentinien in meiner Dienststelle Los Luceros de Benavidez habe ich mich schon ganz gut in den Arbeitsalltag und die Arbeitsweise dort eingefunden.
Von meinem Dienstantritt am 8. September 2010 bis Anfang November waren meine Arbeitszeiten von 12-19 Uhr und samstags von 10-15 Uhr (einen Samstag im Monat habe ich frei). Ab dem 1. November wurde meine Arbeitszeit in der Woche jedoch um eine Stunde zurückgelegt (13-20 Uhr), wegen der zunehmenden Hitze und Sonne über die Mittagszeit. Meine Arbeitsbereiche waren jedoch die gleichen (nur die Reihenfolge hat sich etwas geändert). Nach wie vor ist es als erstes, wenn ich ankomme, meine Aufgabe, den Raum, in dem gegessen und gespielt wird, und die Bibliothek, in der die Kinder ihre Hausaufgaben machen, sauber zu machen und aufzuräumen. Danach mache ich auch noch, je nach Wetterlage, draußen etwas sauber, putze die Küche oder beginne Heftchen (Cuadernos) für die Kinder zu machen oder andere anstehende Dinge zu erledigen.
Ab 14 Uhr kommen die ersten Kinder, die mir bei den jeweiligen Aufgaben helfen oder ab 14:30 Uhr zum Musikunterricht mit Martin (dem anderen Freiwilligen hier) gehen. Ab 15 Uhr ist es meine Aufgabe, die Merienda (die Teepause) vorzubereiten. Es gibt Brot mit Dulce und für die Kinder Mate Cocido oder Milch. Die Merienda ist um 16 Uhr und danach gibt es meistens eine kleine Runde mit allen, in der wir etwas Rhythmisches machen und danach eine kurze Zeit, in der die Kinder spielen können oder wir gehen mit ihnen auf einen nahen Fußballplatz, auf dem sie Fußball und Hockey spielen können. Ab ca. 17 Uhr beginnen die „Workshops“ für die Kinder. Martin und ich gehen dann in den Gemüsegarten (eventuell auch mit 1 oder 2 Kindern), um dort zu arbeiten. Manchmal helfe ich bis um 19 Uhr aber auch noch mit in der Küche beim Kochen oder Salat machen für das Abendessen. In der ersten Zeit bin ich, wenn die Kinder zum Abendessen gerufen wurden, immer gegangen, doch jetzt, wo ich bis 20 Uhr dort arbeite, esse ich meistens mit. Danach helfe ich noch beim Aufräumen und Abwaschen in der Küche.
Jeder Tag hat noch seine eigenen kleinen Besonderheiten, denn einmal die Woche haben einige Kinder FolkloreTanz, zweimal die Woche wird Kung-Fu angeboten und jeden Tag kommen andere Lehrer oder Freiwillige, die mit den Kindern Hausaufgaben oder andere Workshops machen. Regelmäßig kommt auch der Arzt.
Samstags kommen dann immer „die Leute vom Garten“. Anfangs handelte es sich nur um 2 junge Männer, die sich mehr oder weniger mit den Themen Gemüsegarten und Biodynamik auskannten und mir (und später auch Martin) samstags immer halfen und erklärten, was wir in der kommenden Woche alles tun könnten oder sollten. Inzwischen kommen Samstags mindestens 5 Leute mehr (wechselnde Besetzung), die im Garten helfen. Außerdem haben wir durch etliche neue Beete die Möglichkeit bekommen, den Kindern in kleinen Gruppen jeweils eins zur Verfügung zu stellen. Sie säen etwas, gießen, zupfen Unkraut und dürfen die geernteten Sachen mit nach Hause nehmen. Begleitend dazu machen die „Gartenleute“ jeden Samstag eine kleine Unterrichtsstunde, in der sie zB schon die Themen Erde, Radieschen, Karotte und Kartoffel besprochen haben. Samstags habe ich also kaum etwas zu tun, denn es sind sowieso viele Erwachsene da, um sich um die Kinder zu kümmern und bei den „Unterrichtsstunden“ fühle ich mich auch eher als Schüler. Um 12 Uhr gibt es immer Pizza und da helfe ich manchmal etwas in der Küche.
Für Veranstaltungen außerhalb meiner Arbeitszeiten muss ich ebenfalls immer zur Verfügung stehen, denn bei Unternehmungen mit den Kindern oder Spendenveranstaltungen zu Gunsten von Los Luceros wird jede Hand gebraucht.
Das Verhältnis zu Maria Marta (der Gründerin von Los Luceros) wurde schon von vielen anderen Freiwilligen als schwierig beschrieben und ich muss zugeben, obwohl sich wohl schon vieles verbessert hat, dass auch ich manchmal meine Schwierigkeiten mit ihr habe.
Trotzdem kann ich ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass es mir sowohl in Los Luceros, als auch in meine Gastfamilie und allgemein in Buenos Aires sehr gut gefällt.

Sonnige Grüße aus Argentinien,
Anneke Jansen