Sonntag, 17. April 2011

Postkarte aus Buenos Aires

Für alle die vergessen haben oder nicht die Möglichkeit hatten sich das Hamburger Abendblatt gestern zu kaufen und für alle die, die gerne den richtigen Original-Text und nicht die doch etwas gekürzte gedruckte Fassung lesen möchten, hier meine "Postkarte aus Buenos Aires"!



Mein letzter Blick auf meine Heimatsstadt, die schönste Stadt der Welt: in der aufgehenden Sonne glitzert die Alster, der Hafen und die Elbe, ich sehe den Fernsehturm, den Michel, doch Hamburg scheint aus der Höhe wie ein kleines Dorf. Auf der anderen Seite des Atlantik werde ich ähnlich empfangen: die nach 17 Stunden endlich untergehende Sonne bringt den Rio de la Plata zum Leuchten, unter mir die Hauptstadt Argentiniens, Buenos Aires, viel größer, alles andere als ein kleines Dorf.

Nach dem Abitur war für mich nicht die Frage „Was mache ich jetzt?“, sondern „Wohin geht die Reise?“ Ich wollte was von der Welt sehen, was Neues kennenlernen, auf eigenen Beinen stehen und vor allem dort helfen, wo es den Menschen nicht so gut geht. Meine Wahl fiel auf Buenos Aires, Argentinien, einen Freiwilligendienst und meine Dienststelle „Los Luceros de Benavidez“.

Mit der Unterstützung einer Organisation, den „Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.“, dem „weltwärts-Programm“ des BMZ, meinen Freunden und meiner Familie, wurde mein Traum möglich. Seit 6 Monaten arbeite ich jetzt in einer sozialen Einrichtung, die Kindern aus dem Problemviertel Benavidez die Möglichkeit gibt, aus ihrem Alltag, der oft durch Armut, Perspektivlosigkeit oder familiären Problemen geprägt wird, herauszukommen und sie unterstützt, sich individuell, künstlerisch und schulisch zu entwickeln. Täglich kommen ca. 30 Kinder zu uns und nehmen das warme Abendessen, die Hausaufgabenhilfe, die Workshops und die Möglichkeiten „Kind zu sein“ und über ihre Probleme reden zu können in Anspruch. Eingetragen sind fast 60. Das Projekt, das vor über 20 Jahren von der Argentinierin Maria Marta Chame auf ihrem eigenen Grundstück gegründet wurde, finanziert sich ausschließlich aus Spenden und ist somit auch auf alle freiwilligen Helfer angewiesen.

Mich, als eine ehemalige Hamburger-Arche-Praktikantin, erinnert dieses Projekt an die Anfänge der Archen in Deutschland. Überhaupt gibt es hier immer wieder Dinge, die mich an Deutschland erinnern. Und da ich außerdem für dieses Jahr Unterkunft in einer supernetten Gastfamilie gefunden habe, ist Buenos Aires jetzt meine Heimat und wenn es mal wieder einen ganzen Tag regnet, fühle ich mich so richtig zuhause. Aber es wird immer meine 2. Heimat bleiben, denn für mich kann keine Stadt der Welt Hamburg ersetzen!


Wenn Sie meine Arbeit unterstützen möchten oder wenn Sie mehr erfahren wollen, schauen Sie sich gerne weiter auf meinem Blog um ;)

Freitag, 15. April 2011

Lang, lang ist´s her...

...dass ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Ich habe eine ganze Menge verpasst zu bloggen und dafür möchte ich mich entschuldigen. Was ich verpasst habe ist folgendes: am 28. Februar mein 1jähriges Blog-Jubiläum, am 5. März meine Halbzeit (oder wenn manns genau nimmt meine ersten 6 Monate hier) und den argentinischen Herbstanfang (es ist plötzlich so kalt hier ;)). Was ich dafür jedoch alles erlebt habe, dass erzähle ich euch in meinen nächsten Posts. Angefangen mit meinem tollen Urlaub im März, über die Neuigkeiten aus Luceros bis hin zu meinem eigenen Taller (workshop). Lasst euch überraschen!

Jetzt noch zu einer anderen sehr aktuellen Sache: morgen wird unter der Rubrik "Postkarten aus..." ein kleiner Bericht von mir über meine Arbeit hier in Argentinien im Hamburger Abendblatt veröffentlicht! Wer also Interesse an einer Kurzfassung meines Blogs hat oder einfach schon immer mal mich mit Bild (!) im Abendblatt sehen wollte, sollte sich die Ausgabe morgen Samstag den 16. April unbedingt kaufen :)

Viele Grüße aus Argentinien

Anneke

Samstag, 12. Februar 2011

Tango

Ich habe gute Neuigkeiten: immer habe ich davon geredet, dass ich Tango tanzen lernen will wenn ich hier bin. Bietet sich ja auch an, wenn man in der Herkunftsstadt des Tangos landet. Gut, es hat lange genug gedauert, aber ich habe es endlich geschafft: nachdem wir auf dem Seminar schon einige Tanzstunden hatten, habe ich jetzt endlich einen Tanzlehrer, Tanzpartner und schon 4 offizielle Tanzstunden! Der Lehrer ist ein Freund Florencias (Tochter meiner „Chefin“) und mein Tanzpartner ist Martin (mein Mitfreiwilliger). Die Tanzstunden verliefen bis jetzt ganz gut. Leider haben wir kaum Zeit zum Üben außerhalb der Stunden, und das müssten wir eigentlich um besser voran zu kommen, aber wir müssen schon für die Stunden einmal die Woche uns auf den 2 Stündigen Weg in die Innenstadt machen. Für 1 ½ Stunden Tango fahre ich um 19 Uhr von der Arbeit los und komme nur mit Glück vor halb 1 Uhr nachts nach Hause… aber das ist es wert!

Sonntag, 6. Februar 2011

4 meses, 4 semanas y 4 dias...

Eigentlich stimmt es schon nicht mehr, wenn ich sage 4 Monate, denn plus die 4 Wochen sind es schon 5! Gestern war es genau 5 Monate her, dass ich Deutschland verlassen habe und hier in Argentinien angekommen bin. Aber diese 5 mag ich nicht besonders. Sie bedeutet, dass bald die 6 kommt und die bedeutet... Halbzeit. Ich dachte immer, ein Jahr wäre lang, aber wenn ein halbes so wahnsinnig kurz ist, wie kann da das doppelte so viel länger sein?
Naja, was gibt es sonst noch neues, außer dass das Ende schon naht?! ;)
Wie ihr ja gelesen habt, war ich mit den Kindern eine Woche am Meer, eine Woche "Entspannung" :) Jetzt hab ich hier dafür über 3 Wochen volles Programm: Hunde hüten. Meine Gastfamilie ist nämlich im Urlaub und ich passe auf das Haus und die Hunde auf. Des weiteren plane ich meinen Urlaub im März. Genauer gesagt: ich plane nicht nur für mich! Denn am 1. März werden gegen 9 Uhr morgens hoffentlich heil und gesund mein Eltern auf dem Flughafen Ezeiza (Buenos Aires) landen! Darauf freu ich mich schon :D
Ansonsten sende ich, wie eigentlich jeden Tag, sonnige Grüße nach Deutschland und hoffe, dass sie euch den Schnee vertreiben!
BESOS
Anneke

Freitag, 4. Februar 2011

Eine Woche Meer!

Ich könnte nicht behaupten, dass es Arbeit gewesen war, aber ganz Urlaub war es auch nicht: die Woche am Meer. Am Sonntag (den 23.1.) ging’s mit 13 Jungendlichen (14-18 Jahre alt) und 4 erwachsenen Begleitpersonen (von denen 3 übermüdet und ganz ohne Schlaf direkt von der Abschiedsparty eines Freundes kamen) um 6 Uhr morgens los. Wir fuhren in zwei geräumigen Autobussen (Jungs und Mädels streng getrennt) und die meiste Zeit der Fahrt schlief ich (ich gehörte zu den besagten 3 Erwachsenen ohne Schlaf :P). Doch immer, wenn wir anhielten, ich mal ein Auge aufmachte oder etwas aß/trank, hatte ich aus meinem Fenster eine wunderbare Sicht auf flachstes Flachland und… nichts. Dieses „NICHTS“ nennt man hier wohl Pampa. Feld reihte sich an Feld, Wiese an Wiese und Zaun und Zaun. Manchmal kam ein Tor, an dem ein großes Schild mit einem Namen hing und dahinter führte ein Feldweg ins nichts. Oder manchmal sogar zu einem Hof… im nichts. Der Höhepunkt war wohl ein Sonnenblumenfeld, an dem wir bestimmt 5 Minuten lang vorbeifuhren!


Obwohl wir extra früh losgefahren waren, wurde es gegen Ende der Fahrt doch recht heiß im Bus. Auch die Straße war nicht mehr wirklich asphaltiert, eigentlich gar nicht. Es war nur noch ein steiniger, staubiger Sandweg mit massig Schlaglöchern in denen man Smarts versenken könnte (so fühlte es sich jedenfalls an). Doch zur Rechten sah man jetzt bereits das Meer! Irgendwann gegen 13 Uhr passierten wir dann einige Häuser und ein Schild auf dem „COSTA BONITA“ stand, das man jedoch auch gut hätte übersehen können in der Sandwolke, die der vor uns fahrende Bus aufwirbelte. Wir waren also so gut wie da.
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In Costa Bonita sind sie noch einfallsloser mit den Straßennamen als in Buenos Aires: Calle 7, Calle M, Calle 6… (Calle = Straße). Auf einem Stadtplan konnte ich sehen, dass es tatsächlich Straße 1-20 und Straße A-S geben sollte, wobei die Straßen parallel zum Meer die Buchstaben trugen und die vertikalen die Nummern. Das Dörfchen wirkte jedoch nicht mal halb so groß und die einzigen Leute die man auf draußen sah, saßen vor einem der 2 zum Tante-Emma-Laden erweiterten Kioske. Unsere Bleibe sollte am vom Meer entferntesten Ende der „Stadt“ liegen und trotzdem brauchten wir bis dorthin höchstens 15 Minuten.

Wir bauten unsere Zelte auf dem Grundstück eines Freundes auf, der dort eine kleine Hütte mit Küche und Toilette stehen hatte. Es wurden Gruppen eingeteilt (jede war einen Tag fürs Essen verantwortlich), es wurde festgelegt, wann wir aufstehen wollen (7 Uhr morgens!) und ich würde gerne sagen jemand hätte sich nur an diese 2 Dinge gehalten… Für die nächsten 5 Tage sah der Tagesablauf wie folgt aus: um 7 Uhr klingelte mein Wecker, ich quälte mich aus meinem Schlafsack und dem Zelt, versuchte dabei möglichst viel Lärm zu machen um die Mädels in meinem Zelt zu wecken, jedoch jedes Mal ohne den gewünschten Erfolg, und überlegte dann, welches Zelt ich zuerst wecken sollte. Nachdem das Wecken geschafft war half ich ein wenig der zuständigen Gruppe beim Frühstück zubereiten, das es dann gegen 8 Uhr gab. Bis zum Mittagessen ging’s dann an den Strand und nach einer Mittagspause wieder.

Das Meer war, wie gesagt, nur ca. 15 Minuten von uns entfernt, der Strand dort allerdings nicht sehr schön: sobald man ins Wasser ging, war der Sand verschwunden. Nur noch spitze Felsen und Steine, die es fast unmöglich machten, mehr als 3 Schritte ins Wasser zu machen ohne sich zu verletzen. Also machten wir uns meistens auf den Weg und gingen ca. 2-3 km an der Küste entlang, bis wir zu einem schöneren Strand kamen. Das Wasser war arschkalt, aber gebadet haben trotzdem alle, denn die Hitze tagsüber war nahezu unerträglich.



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Das Abendessen gab’s immer ziemlich spät, was an der Ungeplantheit des ganzen lag. Vor dem Abendessen hatte jeder immer 5 Minuten Zeit zu duschen, was natürlich für die meisten nicht ausreichte. Beim Schlafengehen gab es ebenfalls zeitliche Probleme: die Kinder quatschten lieber noch stundenlang anstatt zu schlafen (und kamen dementsprechend morgens noch weniger aus den Federn!). Aber zumindest ich war nach einem so langen Tag immer so müde, dass ich meistens sofort einschlief.

Nur einmal machte uns das Wetter einen Strich durch unseren normalen Tagesablauf: es regnete (mehr oder weniger 2 halbe Tage lang). An diesen Tagen machten wir erst einen Ausflug in die Dünen, die die Küste säumen und die, wie ich fand, aussahen wie der Beginn der Wüste und als nächstes einen langen Strandspaziergang zu der nächsten Stadt Quequen.

Insgesamt war diese Reise auch für mich als Begleitperson mehr Urlaub als Arbeit. Das einzige was mich gestört hat (was ich im Urlaub nämlich nicht haben will…), war die teilweise angespannte Stimmung zwischen den „Verantwortlichen“. Die Beiden schoben nämlich die Verantwortung immer ein wenig hin und her und anstatt sich mal zu kümmern, ärgerten sie sich lieber übereinander oder stritten sich fast…

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Nach einer Woche Meer, Sonne und Strand satt machten wir uns dann aber doch auf den Rückweg. Mit den beiden Bussen ging’s erst nach Miramar, wo wir noch einen Stadtbummel machten, und danach nach Mar del Plata, die „Ostsee Argentiniens“ an der fast jeder Argentinier schon mal Urlaub gemacht hat. Dort bestaunten wir erst die frei lebenden Seelöwen und machten schließlich ein nettes Picknick mit Blick aufs Meer. Gegen 8 Uhr abends erreichten wir dann in der untergehenden Sonne Buenos Aires. Die Busse fuhren einmal quer durch die Stadt, sodass ich das erste Mal auf der größten Straße der Welt, der Avenida9 de Julio, fuhr und den Obelisken noch mal im vorbeifahren sehen konnte. Außerdem erhielten wir 2 mal wunderschöne Blicke über den Puerto Madero und bei der Weiterfahrt sah ich auch zum ersten mal richtig den Rio de la Plata. Gegen 9 Uhr abends erreichten wir dann Los Luceros, wo wir schon von einigen Eltern und Maria Marta erwartet wurden. Für mich war die Reise leider noch nicht zu ende. Ich musste noch den weiten weg nach Hause zurücklegen, tat das allerdings zur Feier des Tages mal im Remis (Taxi)!
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Donnerstag, 20. Januar 2011

Besuch aus Hamburg :)

Es ist jetzt schon ne ganze Weile her, dass ich mich das letzte mal gemeldet habe, und das hat auch einen guten Grund: ich hatte Besuch von meiner Schwester hier in Buenos Aires und deswegen wenig Zeit mich um meinen Blog und meine Berichte zu kümmern. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Doch als "Entschädigung" bekommt ihr jetzt Buenos Aires und mein Leben hier noch einmal von einer anderen Seite zu sehen, aus de Sicht meiner Schwester!

Hiermit übergebe ich also das Wort an Gesa:

Nun sind die 3 Wochen um, die ich in Buenos Aires verbringen konnte. Ich kam dort an Heiligabend an, jedoch mit Verzögerung der Koffer, und konnte miterleben wie Weihnachten denn außerhalb von Deutschland gefeiert wird. Ich war jedoch so kaputt, dass ich schon sehr früh eingeschlafen bin und das Geschenke auspacken und das Feuerwerk verpasst habe. Sie hatten es dort so geregelt, dass die Erwachsenen untereinander Namen ziehen und den dann als Einzigen beschenken, also Julklapp. Ich habe von Alejandro, dem Gastvater, eine Tasche geschenkt bekommen, die er erstaunlicherweise wirklich gut ausgesucht hat. Am nächsten Tag haben wir uns die Stadt angeguckt und in der Woche habe ich mit Anneke in der Einrichtung Los Luceros gearbeitet. Dies fiel am Anfang jedoch für mich weg, da ich mir einen Sonnenstich in der Stadt geholt hatte und erst mal völlig flach lag. Auch erlebte ich dort noch Silvester, was aber nicht so den Unterschied zu Deutschland machte. Wir feierten dies klein mit der Gastfamilie, was aber auch völlig gereicht hat. Auch haben wir um 20:00 (also Mitternacht in Deutschland) an die Deutschen gedacht und den Jahreswechsel auch schon mit ihnen mitgefeiert :)

In der 2. Woche haben wir in Los Luceros alles geputzt, in der letzten Woche konnte ich noch die Kinder kennen lernen, die nicht gekommen waren, als wir geputzt hatten und die Zeit war dann auch schon wieder vorbei.
Am Anfang erschien mir die Zeit viel länger als im Nachhinein und ich hatte mich gerade so richtig "eingelebt" und habe gemerkt, dass ich mit der Zeit viel mehr von der Sprache verstehe, jedenfalls den Sinn, als am Anfang.
Zurückblickend kann ich sagen, dass es viel Spaß, jedoch auch oft viel Anstrengung war, vor allem wegen der Hitze. Alle, die ich dort kennenlernen konnte, waren total nett und ich wurde, obwohl ich nicht spanisch spreche, nicht ausgeschlossen oder ähnliches.
An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei meinen Eltern, Opa, meinen Gasteltern und vor allem bei meiner Schwester bedanken, die mich 3 Wochen aushalten musste. Ich hoffe mal, es war für sie nicht allzu schlimm. ;-)
Ich habe viele interessante Erfahrungen in Buenos Aires gemacht und hoffe, dass Anneke dieses Jahr dort noch genießt.
Nun sitze ich im Flugzeug nach Hamburg und werde wieder frieren müssen, jedoch hab ich doch ein Stück Sonne mitgenommen, denn vom dem Schneechaos, das hier bei meiner Abreise noch herrschte, ist nichts mehr zu sehen.
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So, Ich bins wieder :) Ich muss sagen ich habe mich sehr gefreut mal Besuch zu bekommen und hatte sehr viel Spaß mit meiner Schwester (wie man ja vielleicht auch sehen kann :)).
Ich melde mich bald wieder. Aber erst mal fahre ich mit den Kindern aus Los Luceros für eine Woche ans Meer! Also, Bis bald!

Sonntag, 2. Januar 2011

17.12.-22.12.2010 Zwischenseminar in Buenos Aires

Für das Zwischenseminar wurden alle Freiwilligen aus Chile, Uruguay und Argentinien nach Buenos Aires in das Hotel Bauen eingeladen. Dort verbrachten wir 4 Nächte (die 5. Nacht verbrachten die meisten zusammen bei der Gastfamilie einer Freiwilligen… dazu später mehr).
Glücklicherweise musste ich nicht alleine das Hotel suchen, sondern fuhr zusammen mit Martin in die Innenstadt, wo wir an der Subte-Stationen gleich noch ein paar andere Freiwillige trafen und uns gemeinsam mit unseren Koffern und Rucksäcken einen Weg durch die Menschenmassen auf den Straßen zum Hotel suchten. Dort angekommen mussten erst mal alle anderen begrüßt, die Zimmer verteilt und der nächste Treffpunkt ausgemacht werden.
Unser erstes Mittagessen aßen wir im Hotel und unser erstes Treffen fand in einem gemieteten Raum des Hotels statt (der zum Glück mit einer Klimaanlage ausgestattet war!). Wir besprachen die nächsten Tage und aßen dabei deutsche (!) Schokolade. Später bekamen wir noch Besuch von einem Mann, der uns etwas über die Geographie Argentiniens und Chiles erzählte … und von seiner letzten Reise zur Antarktis auf der es einige Probleme mit dem Schiff auf dem Rückweg gab.
Abends hatten wir dann unsere erste Tangotanzstunde bei Julia und Pablo. Leider musste diese im Foyer des Hotels stattfinden, weil es keinen anderen Raum für uns gab, aber das war noch ganz in Ordnung. Am Abend fielen einfach viele müde ins Bett, andere gingen noch feiern oder machten einen Abendspaziergang durch die Stadt (so wie ich).

Am nächsten Tag betrachteten wir die ersten 3 oder 4 Monate die wir alle schon an unserer Dienststelle verbracht hatten und malten jeder eine wunderschöne Kurve zu diesen Monaten. Zwischendurch blieb außerdem noch Zeit shoppen zu gehen und da unsere Tanzlehrer abends keine Zeit hatten, verlegten wir die Tanzstunde auf Vormittags.
Am Abend fand auf der Avenida Corrientes die Nacht der Bücher statt. Alle Buchläden hatten geöffnet und auf der abgesperrten Straße fanden Lesungen statt.


Am Sonntag hörten wir 2 weitere Vorträge die Argentinien als Land und seine Kultur betrafen: einer war über die Pueblos Originarios, die Ureinwohner Argentiniens und der andere zur politischen aktuellen Situation des Landes und über den Peronismus. Ich konnte beiden Vorträgen kaum folgen denn sie wurden beide auf spanisch gehalten und ich war zusätzlich noch ziemlich müde. Das erging nicht nur mir so denn zur Tanzstunde erschienen auch nur müde Gesichter und ich möchte wetten ich war nicht die einzige die früh ins Bett ging.

Am nächsten Tag dann hörten wir einen Vortrag über das Hotel Bauen das seit einigen Jahren ein „besetztes Hotel“ ist (das bedeutet, dass die Arbeiter vor einigen Jahren als das Hotel pleiteging die Kontrolle übernommen haben und heute das Hotel gemeinsam führen. Sowas gab es zu dieser Zeit oft in Argentinien aber meistens betraf es Fabriken und nicht Hotels). Am Nachmittag besuchten wir sogar noch eine besetzte Kleiderfabrik .
Dann brach der letzte Abend unseres Seminars im Hotel an und nach der letzten Tanzstunde fuhren wir gemeinsam auf eine Milonga (eine Tangotanzveranstaltung) um unser erlerntes Können zu präsentieren… das ging auch mehr oder weniger gut. Danach versammelten sich noch viele von uns auf dem Dach des Hotels, verbotenerweise, um die Mondfinsternis zu bestaunen. Obwohl es wohl die längste Nacht des Seminars war, war ich am nächsten Morgen kaum müde als wir das Hotel verließen.

Unsere letzte Einheit machten wir in der einzigen Waldorfschule in der Innenstadt (wo auch eine Freiwillige von uns ist). Die Einheit bestand aus einem Vorblick, aus dem was wir uns vornehmen für den Rest des Jahres und wie wir es umsetzten wollen. Danach löste sich der größte Teil der Gruppe auf um nach Hause zu fahren (wie ich) oder was zum Mittag zu essen. Abends trafen wir uns dann alle bei der Gastfamilie einer Freiwilligen, die zusätzlich auch mit den Leitern unseres Seminars gut befreundet ist, zu einem Asado und zum Baden in deren Pool :) Die meisten übernachteten auch dort und nur einige fuhren nach Hause.

Alles in Allem war es ein schönes Seminar mit einem tollen Abschluss!
(auf den Bildern seht ihr:
1. Das Hotel BAUEN in der Straße Callao
2. Georg (einer unserer Teamer) der auf dem Weg zu der besetzten Fabrik den Reiseführer spielt ;)
3. die verbotene (aber auch verboten schöne) Aussicht vom Dach des Hotels (ca. 22. Stock) während der Mondfinsternis)