Donnerstag, 16. September 2010

Hogar, dulce hogar...

Mein neues zuhause, meine neue Gastfamilie, meine ersten Eindrücke :)

Meine Gastfamilie besteht im Kern aus Alejandro (Ale) und Natalia (Nati), den Eltern, und ihren drei Kindern Juana (8), Teo (5) und Merlin (2). Außerdem wohnten zum Zeitpunkt meiner Ankunft auch die Großeltern (Ales Eltern) Carlos und Pepa im Haus. Dazu kommen noch die zwei Hunde Maik und Mora.
Auf der Geburtstagsfeier von Carlos an meinem ersten Wochenende lernte ich außerdem die Geschwister von Ale kennen, Gustavo und Carla, Gustavos Frau Cyntia und weitere Familienmitglieder und deren Kinder die ich heute nicht mehr zuordnen kann.
Seit vielen Jahren außerdem fast jeden Tag im Haus und deshalb ebenfalls Familienmitglied, ist die Haushaltshilfe Mercedes.
Ich liebe die ganze Familie wie sie ist jetzt schon, aber mein Lieblingsfamilienmitglied, könnte man so sagen, ist Alejandro. Am ersten Abend fragte er mich, was Flöte auf Deutsch heißt und er hatte sehr viel Spaß daran, sich von mir auf Deutsch erzählen zu lassen was meine Hobbys sind. Bei unserem ersten Treffen fragte er mich, ob er englisch oder spanisch sprechen solle und freute sich sehr als ich spanisch antwortete. Er ist seitdem auch derjenige, den ich am besten verstehe: er spricht langsam und hat kaum einen Akzent.
Nati ist neben Ale wohl die fröhlichste Person im Haus. Sie lacht viel, spricht aber leider auch so schnell, dass ich kaum etwas verstehe. Trotzdem gibt sie sich sehr viel Mühe und tut alles damit ich mich wohlfühle. Sogar Deutsch lernen. Sie hat bereits ein paar Bücher gekauft, ihre deutsche Freundin angerufen und will jetzt Deutsch lernen damit ich sie verstehe.
Juana, die älteste der drei Kinder, ist noch ziemlich schüchtern mir gegenüber, sagt kaum Hallo, Tschüss oder Danke möchte aber manchmal einen Gute-Nacht-Kuss von mir haben. Von Pepa weiß ich außerdem, dass sie in der Schule deutsch lernt und ich habe sie schon gehört, wie sie „Alle meine Entchen“ singt.
Teo hab ich in meiner kurzen Zeit hier noch kaum zu Gesicht bekommen. Meistens kommt er irgendwann in Fußballtrikot aus dem Garten oder vom Fußballplatz und redet ebenfalls nicht mit mir. Trotzdem wollte auch er schon einen Gute-Nacht-Kuss von mir.
Merlin, der kleinste, läuft den ganzen Tag munter durch die Gegend und nennt alles und jeden Ma(ma) und Pa(pa). Mehrfach wurde mir schon gesagt, dass wenn ich ihn nicht verstehe ist das kein Wunder, denn er kann noch gar nicht sprechen. Merlin und ich werden also zusammen Spanisch lernen (aber ich glaube er ist im Vorteil). Merlin hat am schnellsten keine „Angst“ mehr vor mir gehabt und sagt mir immer fröhlich „Ciao“ und winkt mir, wenn ihn seine Oma dazu auffordert.
Pepa, die mich an meinem ersten Abend im Haus begrüßte, verstehe ich leider kaum. Sie spricht schnell und mit einem seltsamen Akzent. Nur eins versteh ich immer: „Das hat sie nicht verstanden.“ (ein Satz den sie viel zu oft sagt). Desweiteren sagt sie viel zu oft: „Du isst ja gar nichts“ (was so nicht stimmt, aber ich esse wirklich nicht viel hier).
Carlos hab ich auch sofort ins Herz geschlossen. Er nennt mich „Hija“ (Tochter) und redet mehr mit Händen und Füßen mit mir als mit Worten. An meinem ersten Arbeitstag begleitete er mich den ganzen Weg bis Los Luceros um herauszufinden, wie teuer der Bus ist und ob ich den Weg finde.
Maik und Mora waren sofort von mir begeistert nachdem sie ein paar Streicheleinheiten von mir erhalten hatten und ich für die beiden ein paar Mal einen Ball geworfen hatte.
Um es noch einmal zusammenzufassen: ich mag meine neue Familie!!!

Das Haus der Familie ist in Maschwitz, was schon fast nicht mehr zu Buenos Aires gehört (ich bin mir da aber nicht ganz sicher…). Es steht in einem geschlossenen Privatviertel, in das man nur mit einem Ausweis reinkommt (oder wenn man nur oft genug erklärt hat, dass man im Haus der Familie Prat wohnt und dass das seine Gastfamilie ist). Das Haus hat einen kleinen Garten, einen Pool und im Inneren einen großen Raum der als Wohnzimmer, Esszimmer und Küche dient. Außerdem ist im Erdgeschoss noch ein Waschraum, ein Vorratsraum und ein Gäste-WC. Im Wohnzimmer führt eine Treppe rauf zu einer kleinen Galerie von der aus man in 2 Badezimmer, die Schlafzimmer der Eltern und der Kinder und in mein Zimmer gelangen kann. Ich habe das Zimmer bekommen in dem früher wohl Teo und Merlin wohnten. Leider auch mit deren Bett, denn es ist etwas klein. Eigentlich sind es sogar 2 Betten: eins ist etwas höher und das andere hat Rollen, damit man es darunter schieben kann (auf dem schlafe ich). Außerdem habe ich einen Stuhl der als Ablage für meine Klamotten dient und seit Ende der letzten Woche auch einen Schrank. Etwas das ein bisschen schade ist, was aber eigentlich noch geändert werden sollte, sind die Vorhänge. Die sind leider kaputt und lassen sich nicht öffnen (ich kann sie nur behelfsmäßig hochklappen…). Damit hatte ich vor allem an meinem ersten Tag hier ein Problem. Eigentlich wollte ich ein bisschen meine Sachen auspacken und ordnen, aber immer wenn ich dazu ansetzte, wollte ich als erstes die Vorhänge hochziehen und da das nicht ging, war ich total gehemmt (ich hab bestimmt eine halbe Stunde länger gebraucht weil ich gar nicht anfangen konnte!). Im Moment ist jeden Tag ein Handwerker im Haus der viele Regale erneuert und die Wände neustreicht (oder meinen Schrank baut) und deswegen dachte ich erst, dass die Familie hier noch nicht so lange wohnt. Wie ich aber herausgefunden habe, leben sie wohl schon seit Juanas Geburt (also seit über 8 Jahren) hier.
Bis auf das es etwas weit weg von der Stadt und meinem Arbeitsplatz ist, gefällt es mir hier aber sehr gut!

Ein Bericht von Dienstagvormittag (7.9. und Zweiter Tag in Buenos Aires)

Ich weiß noch nicht ob ich mich hier wirklich wohlfühlen kann. Dass ich im Moment kaum etwas verstehe wird sich ja wohl noch ändern, aber schlafen tu ich hier nicht gut (ich schlafe wie ein Stein hier weil ich so müde bin aber…). Ich habe heute wie gestern Rückenschmerzen von der Matratze, mein Bett ist zu klein, es rollt ständig weg und bei jeder Bewegung von mir knatscht es. Außerdem geht ab 8:00 Uhr morgens das Geschrei der Kinder unten los, was man in meinem Zimmer gut hören kann. Ich esse hier auch viel zu wenig. Ich habe zwar keinen Hunger aber eine Banane, ein Teller Suppe und ein Stück Kuchen reichen normalerweise nicht für einen Tag. Gestern wusste ich auch die ganze Zeit nicht wohin mit mir da ich nicht in meinem Zimmer hocken wollte, aber auch nicht im Wohnzimmer… Mein Zimmer hat leider keinen Tisch und die Vorhänge gehen nicht auf.
Das hört sich jetzt alles sehr negativ an, aber trotzdem geb ich noch nicht auf. Ich denke das liegt daran, dass ich noch nicht alles kennengelernt habe. Ale und Nati zum Beispiel und Los Luceros und die Leute dort. Ich denke aber das wird sich heute ändern und darauf freue ich mich schon sehr!
Eins kann ich euch jetzt eine Woche später verraten: es ist alles halb so schlimm und ich liebe es hier in dieser Familie!!!

Der Eingang zum Privatviertel "Las Ascasias Blancas" in dem ich wohne.


Zwei Bilder des Hauses der Familie Prat. Auf dem Oberen kann man rechts auch den Pool erahnen. Das Zimmer über dem Hauseingang ist meins und die beiden schmalen Fenster plus dem größeren um die Ecke gehören dazu.



Mein Zimmer! Sieht hier etwas kahl aus aber man kann sowohl mein Ausziehbett als auch meine "tollen" Vorhänge sehen. Der Schrank ist hinter der Tür.

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