Neben den Abiturklausuren, den Vorbereitungen für die mündlichen Prüfungen und dem normalen Alltag begann ich mich Mitte März auf mein Jahr in Argentinien vorzubereiten. Ich fing mit einem Arztbesuch an. Das Ergebnis war eine Impfung gegen Hepatitis A und B, eine Impfung gegen Typhus und ein ganzer Berg von Rezepten, die ich vor meiner Reise einlösen sollte (insgesamt habe ich dabei über 200 € in der Apotheke gelassen!)
Natürlich mussten in dieser Zeit auch meine Spenden gesammelt werden. 1800 € sind nicht einfach zusammen zu sammeln. Nach meinem doch eher kläglichen ersten Versuch auf dem Wintermarkt in meiner Schule, versuchte ich es jetzt also mit einem Thementag zuhause (2.Mai 2010). Leider auch nur mit mäßigem Erfolg, doch langsam kam das Ganze ein bisschen in Schwung. Meine Versuche bei größeren Firmen oder beim Hamburger Abendblatt Spenden zu bekommen schlugen leider fehl und trotzdem kam ich bis Anfang August auf knapp 1150 €.
Meine Reisefreigabe erhielt ich am 9.6.2010, was bedeutete, dass ich ab diesem Zeitpunkt meinen Flug buchen konnte. Noch vor ende der nächsten Woche war auch das erledigt und endlich stand mein endgültiges Ausreisedatum fest: der 5. September 2010.
Dann brauchte ich natürlich noch ein Visum. Ich erkundigte mich bei anderen Freiwilligen wie sie das gemacht hatten mit dem Visum. Die Antwort darauf gefiel mir nicht besonders: alle ehemaligen Freiwilligen aus Buenos Aires waren alle 3 Monate nach Uruguay ausgereist, um ihr normales 90 Tage lang gültiges Touristenvisum um weitere 90 Tage zu verlängern. Zu meinem Glück lief es dieses Jahr etwas anders: die „Freunde“ nahmen die Visumfrage aller Südamerika Freiwilligen in die Hand und das einzige was ich tun musste, war einen Zettel ausfüllen und ihn zusammen mit meinem Reisepass zu den „Freunden“ schicken. Es dauerte zwar eine Weile, aber als mein Reisepass zurück kam war dort ein Visum für 6 Monate gültig ab Einreisedatum drin. Was danach kommt weiß ich selber noch nicht, aber trotzdem bin ich froh die ersten 6 Monate hier in Buenos Aires bleiben zu können!
Auch die Frage wie ich in Buenos Aires an Geld kommen sollte musste noch geklärt werden. Einmal im Monat sollten die „Freunde“ mir 100€ Taschengeld plus 80€ Essensgeld überweisen, aber wohin? Mein normales Haspa-Konto war dafür nicht besonders geeignet weil es zu teuer werden würde immer Geld von diesem in Argentinien abzuheben. Die Alternative dazu war ein neues Konto bei einer neuen Bank zu eröffnen, die versprach, es einem zu ermöglichen in der ganzen Welt kostenlos Geld abzuheben. Auch wenn die Zeit etwas knapp wurde vor meiner Ausreise eröffnete ich also ein neues Konto. Ob es jetzt so funktioniert wie versprochen konnte ich aber noch nicht ausprobieren.
Außerdem gab es noch unendlich viele Kleinigkeiten an die man denken musste: Moskitonetz, Adapter für die Steckdose, Gastgeschenke, noch einmal neue Klamotten… man muss einfach bedenken das man 1 Jahr nicht in der gewohnten Umgebung verbringen wird und deswegen erst einmal mit allem ausgestattet sein muss, was man so braucht; Zusätzlich zu den besonderen Dingen, die man nur in Argentinien oder für ein Auslandsjahr braucht.
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